Geschichte

Die Entwicklungsgeschichte des Pferdes

Vor 55 Millionen Jahren lebte das Hyracotheriom (auch Eohyppus genannt). Es wird heute als das erste "Pferd" angesehen. Es war ein Tier von kleinem Wuchs (etwa von der Größe eines Fox-Terriers), es hatte relativ lange Beine, so dass es - vor seinen Feinden - schnell weglaufen konnte.
Hyracotherium war in Nordamerika über die damals noch existierende Landbrücke auch nach Eurasien gewandert. Nach der Unterbrechung dieser Landbrücke starb Hyracotherium nach einer Blütezeit im Eozän vor etwa 40 Millionen Jahren aus.
In Nordamerika entwickelte sich aus dem Hyracotherium die laubfressenden Formen Orohippus und Mesohippus. Von diesem Mesohippus entwickelte sich (vor etwa 22 Millionen Jahren) das Anchitheriom, das ebenfalls nach Eurasien wanderte. Es hatte an den Vorder- und Hinterfüßen nur noch 3 Zehen und war noch Laubfresser. Um die gleiche Zeit kamen in Nordamerika die ersten grasfressenden Pferde auf (Merychippus). Die Entwicklung zum Grasäser stellt einen äußerst wichtigen Abschnitt in der Geschichte des Pferdes dar, denn das Grasen brachte eine Anpassung von Zähnen, Schädel und Kiefer an die durch das Kauen der Gräser vermehrte natürliche Abnutzung mit sich. Vor etwa 11 Millionen Jahren kam eine neue Einwanderungswelle über die Beringstraße. Die Hipparios hatten Zehen, die schon stark zurückgebildet waren. In den Grasebenen Nordamerikas bildeten sich damals die Zehen zum Huf zurück.
Das Urpferdchen aus der Grube Messel stammt von einer früh ausgestorbenen Seitenlinie ab. Es war ein Propalaeotherim, das vor etwa 42 Millionen Jahren ausstarb.

Das Auftauchen in Europa
Der Übergang von drei Zehen zu einer war eine natürliche, folgerichtige Entwicklung, bei der die Seitenzehen immer kleiner wurden, bis die mittlere alle Aufgaben der Fortbewegung übernahm. Diese Pferde waren größer als ihre Vorfahren.
Die meisten dieser einzehigen Pferde waren in Nordamerika zu Hause, und dort entwickelten sich auch die ersten Vertreter des Equus. Sie stammten von einzehigen Dinohippus ab und tauchten vor 3 bis 4 Millionen Jahren auf. Sie breiteten sich schnell über Mittel- und Südamerika, Asien, Europa und Afrika aus. Von den vielen verschiedenen Arten starben die meisten, und das haben sie mit vielen anderen Säugetieren gemein, am Ende der letzten Eiszeit vor etwa 12.000 bis 15.000 Jahren aus.
Die Gründe für diesen plötzlichen Niedergang liegen im Dunkeln. Einige Fachleute meinen, dass es auf einen Klimawechsel zurückzuführen sei. Was auch immer die Gründe gewesen sein mögen, es war ein einschneidender Prozess, besonders in Amerika, der ursprünglichen Heimat des Equus. Dort verschwanden die Pferde vollkommen von der Bildfläche. Erst mit den spanischen Eroberern, ab 1492, kamen sie wieder zurück.

Vom Wildpferd zur Domestikation
Am Ende dieses Zeitabschnitts hatte Equus das heutige Aussehen angenommen. Während der langen Entwicklung hatten sich mehrere Merkmale ausgebildet, die alle ein Ergebnis des ständigen Überlebenskampfes waren. Die Pferde wurden immer größer, obwohl es Zeiten gab, in denen das Größenwachstum bei einigen Arten stillstand oder sogar zurückging. Schädel und Gliedmaßen veränderten sich, passten sich der Nahrungsaufnahme und der Bewegung an.
Der nächste große Schritt war das Werk des Menschen. Um 3.500 v.Chr. wurde im asiatischen Teil des heutigen Russland, im Süden Sibiriens und im Altai-Gebirge, sowie in Zentralasien das Pferd domestiziert, in West- und Nordeuropa um 2.500 v.Chr. Ein strittiger Punkt hierbei ist, ob eine einzige oder mehrere Rassen gleichzeitig gezähmt wurden. Einige Fachleute glauben, dass es sich dabei um zwei verschiedene Rassen, den Tarpan und das Przewalskipferd handelte, andere halten dem entgegen, dass beide Pferde miteinander eng verwandt seien.
Wie auch immer, sicher ist, dass die Domestikation schnell voranschritt und sich weit verbreitete.

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